Brunnenbau in Salzgitter

  • Schönen gute Tag!

    Zunächst einmal: Mein Name ist David und ich komme aus Salzgitter (Niedersachsen) und möchte einen Brunnen selbst bohren.


    Bisher nutzten wir einen (nicht angemeldeten?) Spülbrunnen, der vor meiner Zeit angelegt wurde. In den 1 1/4"-Metallrohren ist am Ende allerdings Sand, der mit dem Saugschlauch hochgefördert wird. Wie es genau aufgebaut ist, weiß ich nicht. Zudem ist der Grundwasserspiegel die letzten Jahre gesunken, sodass nur noch ~50-70cm Wasser über dem "Sandgrund" sind. Vermutlich ist deshalb der Brunnen auch verockert, denn das Wasser läuft sehr langsam nach (max. 300l/h). Eventuell ist auch irgendwie Sand von unten "hochgedrückt" worden, weshalb der Grundwasserspiegel so niedrig wirkt. Kurzum: Brunnen voller Sand/Kies, Wassersäule zu niedrig und verockert.


    Ich habe mir von Wesso 2x400g Brunnenreinigungsmittel gekauft und werde probieren, ob eine Reduzierung der Verockerung den Nachlauf des Wassers etwas verbessert. Ich erwarte davon allerdings keine Wunder und schon garnicht auf Dauer. (Das Zeug scheint im Prinzip ja nur Zitronen- und Ascorbinsäure zu sein? Nur für 10x soviel Geld). Und das Grundwasserspiegel- und Sandproblem löst dies ja auch nicht. Wäre nur eine Übergangslösung, falls es etwas hilft.


    Mit dem Saugschlauch konnte ich noch folgende Informationen "erfühlen": Der Brunnen ist ~6m tief, d.h. dann stoße ich auf die Sand-/Kiesschicht im Rohr. Der Schlauch ist etwa 50-70cm feucht, also erwarte ich in etwa bei 5,5m den Grundwasserspiegel.

    Soviel zum Ist-Stand.


    Wie bereits gesagt, möchte ich einen Brunnen selber bohren, ein paar Meter neben dem alten Brunnen (Gartenhaus mit Elektrik ist dort).

    Eine Anmeldung bei der unteren Wasserbehörde ist bei uns nicht nötig (bei <10m³/Tag), lediglich eine Befreiung vom Wassernutzungszwang, welche bereits bewilligt wurde.


    Dies war mein Ziel:

    12,5m tief, davon:

    -9m Vollrohr DN115

    -3m Feingewebefilter DN115 (kann nicht beurteilen, ob Feinsand vorhanden ist. Falls ich das ausschließen kann ggf. auch normales Filterrohr DN115)

    -0,5m Sumpfrohr DN115

    -Endkappe


    Da ich Feingewebefilter ggf. verwenden möchte, muss ich ein Arbeitsrohr nutzen. Hierzu würde ich (es tut mir leid!) KG-Rohr DN250 nutzen, vernietet und/oder verklebt. Das Bohrloch entsprechend mit dem 260er-Erdbohrer ausgehoben. Als Kiespumpe würde ich die 108mm nehmen, ist zwar nicht so effektiv, allerdings kann ich diese im Zweifel (falls das mit dem Arbeitsrohr nicht klappt) auch im DN115er nutzen und ohne Arbeitsrohr abteufen. Im Anschluss würde das Brunnenrohr mit Zentrierflügeln versenkt, dann mit Filterkies aufgeschüttet und bis zur Oberfläche mit Dämmerzement (falls ich sowas finde) aufgefüllt. Darüber dann eine kleine Brunnenstube im Boden. Solange die Hauswasserautomaten noch funktionieren, würden diese das Wasser fördern - später würde eine Tiefbrunnenpumpe mit 4" versenkt werden.


    Als Student kann ich mir leider kein blaues Brunnenrohr als Arbeitsrohr leisten (nur als Brunnenrohr), deshalb hoffe ich auf nicht so lehmige/tonige Schichten, sodass das Erdreich nicht so anpappt.


    Hat so ein Feingewebefilter Nachteile gegenüber den Schlitzfiltern? Bzgl. verockern/versanden/Standdauer/...?

    Welche groben Patzer habe ich bei der Planung begangen? Ist etwas gravierend falsch dimensioniert?


    Je nach Boden (Kies/Sand erwarte ich mal) erhoffe ich mir eine Leistung von bis zu 6000l/h vom Brunnen. Genutzt werden eher 1000-2000l/h. Ich möchte allerdings eine Reserve, sodass die Brunnenleistung auch nach einigen Jahren noch ausreicht oder falls man mal den Pool befüllen möchte o.ä. (Das Wasser ist pooltauglich, zwar sehr hart, aber kein Eisen oder so - färbt sich nicht braun, schon 2 Saisons im Pool getestet).


    schöne Grüße

    David

  • deshalb hoffe ich auf nicht so lehmige/tonige Schichten,

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Was machst Du bei Lehm?

    TNA Rohr ist zwar teuer, aber auch gut wieder verkäuflich.

    Das Bohrloch entsprechend mit dem 260er-Erdbohrer ausgehoben.

    Na dann fang mal damit an.Ist schon sportlich.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt. Was machst Du bei Lehm?

    Auf Grund des anderen Brunnens gehe ich von einer Sand-/Kiesschicht aus (ab der grundwasserführenden Schicht). Wenn davor eine Lehmschicht auftaucht, ist das Rohr ja noch nicht eingesetzt. Dann könnte ich im Zweifel umentscheiden/abbrechen/... Und wenn der Boden doch im Bereich des Grundwassers lehmig sein sollte, dann komme ich da mit dem Plunscher ja auch nicht weiter. Dann muss ich eh umplanen.

    TNA Rohr ist zwar teuer, aber auch gut wieder verkäuflich.

    Bei DN225 und 13m wären das immerhin ~950€. Dazu müsste ich mir Geld leihen, das würde ich vorerst vermeiden wollen. Aber das entscheidet sich eh erst, wenn der Bohrer nicht weiterkommt, die Plunscherei anfängt und ich ein grobes Bild über das Erdreich erlangt habe.

    Na dann fang mal damit an.Ist schon sportlich.

    Deshalb frage ich hier nach. Ich kenne mich damit leider nicht aus und hoffte, dass jemand Erfahrungen über Un-/Sinnigkeit der Planung teilen kann. Eventuell ist alles über-/unterdimensioniert oder anderweitig Kokolores.

    Welche Kombination Arbeitsrohr/Brunnenrohr/Kiespumpe/Erdbohrer wäre denn für DN115 Brunnenrohr zu empfehlen? Oder reicht DN100 aus? (In dem "Handbuch" wurde nur DN115 empfohlen)


    schöne Grüße und ein ruhiges Wochenende

    David

  • Ich kenne mich damit leider nicht aus und hoffte, dass jemand Erfahrungen über Un-/Sinnigkeit der Planung teilen kann

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie "blauäugig" hier mit Brunnenbauprojekten begonnen wird und welches Vertrauen in Erfahrungen anderer User oder Buchautoren gesetzt wird.

    Jedes Brunnenbauprojekt im Hobbybereich ist ein Unikat und keiner kann nur vom Schreibtisch aus 100%tig sichere Ratschläge geben.

    Aber wenn man hier und in andren Foren so 50 verschiedene Brunenbohrberichte gelesen hat, besitzt man eine Vorstellung, wie die eigene Situation beurteilt werden kann. Erst dann sind sinnvolle Ratschläge möglich, da man erst dann in der Lage ist, konstruktive Fragen zu stellen und vor allem die Antworten zu bewerten.

    Alles andere ist trial and error.

    In einfachem Bodengrund (z.B. Grobsand) einen Brunnen zu erstellen, ist mehr oder weniger ein Kinderspiel. Leider ist diese Bodengegebenheit in den seltesten Fällen bis zur erforderlichen Endteufe vorhanden und es ergeben sich verschiedene Probleme, zu deren Lösung auch eigene technische und physikalische Phantasie erforderlich ist. Weiterhin gehört eine gut sortierte Werkstatt oder der Zugriff auf eine solche zu den unbedingten Voraussetzungen.

    Eine Anmeldung bei der unteren Wasserbehörde ist bei uns nicht nötig (bei <10m³/Tag), lediglich eine Befreiung vom Wassernutzungszwang, welche bereits bewilligt wurde.

    Das mindeste, was man zu diesem Zeitpunkt abklärt, ist ein Schichtenverzeichnis, um etwa eine Vorstellung vom zu erwartenden Bodengrund zu bekommen.

    Dieser Bodengrund bestimmt nämlich das weitere Vorgehen, sei es die Wahl des Arbeitsrohres, sei es die Konfiguration des Filters.

    Ohne Kenntnis dieser Fakten ist der Beginn jeder Bohrung ein Griff in die Lostrommel.

    Verfügt man über genügend Zeit sowie über unerschöpfliche Körperkraft sowie Geduld, kann man sich natürlich sukzessive, durch immer neue Bohrungen, einen Idealbrunnen erarbeiten.

    Dazu gibt es genügend Berichte hier im Forenarchiv.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das mindeste, was man zu diesem Zeitpunkt abklärt, ist ein Schichtenverzeichnis, um etwa eine Vorstellung vom zu erwartenden Bodengrund zu bekommen.

    Da das Rathaus in "Notbesetzung" ist, waren die Informationen der überforderten Frau dort sehr dürftig. Lediglich eine Anlaufstelle im Internet erhielt ich, die hat mir leider nicht viel weitergeholfen. Über fachliche Deutungen bin ich natürlich äußerst erfreut, die Informationen habe ich in einer einfachen Bildkomposition zusammengestellt. Das rote X stellt die gewünschte Brunnenposition dar, die roten Zahlen an den Bohrungen stellt die ungefähre Entfernung dar. Sämtliche Detailinformationen sind in den Bildausschnitten enthalten.

    Über eine Information bzgl. einer anderen Anlaufstelle bzgl. Schichtverzeichnis wäre ich ebenso dankbar.


    Tiefere Bohrungen waren in der Nähe nicht vorhanden, sodass ich keine Informationen jenseits der 8m habe.


    schöne Grüße

    David

  • Bis auf die 110m scheinend die anderen machbar.

    Folgende Fragen sind offen:

    Wie sieht es tiefer aus?

    Wie sieht es bei Dir aus?

    Kann keiner beantworten, also müssen diese Kenntnisse erbohrt werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • So, mal ein kleines Upgrade, nachdem ich nun anfangen konnte zu bohren:

    Ich bin mit einem 145mm-Aufkantbohrer nun in 2 Tagen bis ~5m Tiefe gekommen, ab da ist Wasser im Schacht sichtbar. Tiefer kann ich durch den nachdrückenden nassen Sand nicht bohren. Aktuell trockne ich eine Hand voll von dem Bohrgut im Backofen, da das Wetter etwas regnerisch ist, und werde hoffentlich später ein Bild nachliefern können. Vom Bohrgut von ~10-12m kann ich deshalb aktuell noch nichts zeigen.


    Aufgefallen ist mir, dass beim Verreiben des Sandes sehr feine Körner (feiner als Spielsand o.ä.) vorhanden sind. Auch hat sich auf der Haut nach dem Trocknen eine dünne, lehmfarbene Schicht gebildet. Die Schicht war nicht deckend, eher wie wenn man mit einem Tuschkasten aus der Schulzeit Farbe auf Papier aufbringt. Das abtropfende Wasser war auch nicht klar/trüb, sondern blickdicht lehmfarben.


    Ich würde nun so weiterverfahren, auch wenn nicht ideal:

    Ich würde eine größere Bohrwendel und 200mm Brunnenrohr mitbestellen. Dies ist, zumindest hier in diesem Shop, leider nicht als Glattwandausführung erhältlich. Ist dies ein Problem? Das bestehende Loch würde ich probieren aufzubohren bis 5m und anschließend das 200mm-Arbeitsrohr einführen und mit der 108mm-Kiespumpe bzw. dem 145mm-Bohrer weiter absenken - hoffentlich bis zur Wunschtiefe. Dort würde ich dann eine letzte Bohrgutprobe nehmen und mich dann nochmal bzgl. Filterwahl melden.


    Würdet Ihr empfehlen anders vorzugehen und wenn, wie? Andere Rohrgrößen o.ä.? (Kiespumpe in 108mm würde ich bevorzugen, da ich damit auch im 115mm-Rohr pumpen könnte).


    schöne Grüße

    David

  • Von welchen Sandfiltern reden wir eigentlich? Ich komme nämlich mit deinen 200mm nicht so ganz klar. Für eine zusätzliche Kiesschüttung ist das eher zu klein, für DN100 Feinssandfilter wie die hier http://www.lotze-wassertechnik…1-220090221090221190.html oder die hier http://www.lotze-wassertechnik…4-220090221090221190.html ohne Schüttung dafür eigentlich viel zu gross.

    Wobei ich nicht sicher bin ob die letzteren überhaupt eine zusätzliche Kiesschüttung bräuchten, da kann kg49 sicherlich mehr dazu sagen.

    Wenn nicht dann würde ich eher über TNA-Rohr DN150 nachdenken, das reicht dann locker. Und jeder cm weniger Durchmesser bedeutet weniger Schmerzen und Probleme...;-)

  • Basierend auf der Erdbohrer-Seite und der Brunnenbohranleitung bin ich von einem der DN115-Gewebefilter ausgegangen, sofern ein Schlitzfilter nicht geeignet ist. Die 200mm waren nur gedacht, um möglichst flexibel zu bleiben - für bessere Alternativen bin ich natürlich zu haben. Welcher Filter letztendlich eingebaut wird, würde ich vom Bohrgut in der Endtiefe abhängig machen (bzw. auf Empfehlungen dieses Boards dann hoffen).

    Welches Arbeitsrohr/Bohrer wären denn für DN115 zu empfehlen, wenn man mit Feinsand o.ä. rechnet?

  • Hängt halt davon ab ob der Filter eine zusätzliche Kiesschüttung benötigt oder nicht.

    Einfach mal warten was kg49 dazu sagt.

    Generell denke ich aber dass der Filter gar nicht unbedingt den vollen 115mm Innendurchmesser benötigt, die Pumpe sollte ja ohnehin überhalb der Filterstrecke hängen. Und da gibts Adapterstücke um vom Feinsandfilter mit geringerem Innendurchmesser auf Vollrohre mit grösserem Innendurchmesser zu adaptieren. Die Pumpe passt dann ins Vollrohr, gleichzeitig ist der Aussendurchmesser von Filter- und Vollrohr annähernd gleich.

    Beispiel: http://www.lotze-wassertechnik…-2200902299090224190.html

    Und das DN100 Rohr würde z.B. in ein DN125 Rohr passen. Will heissen: Zunächst eine DN125 Tour mit 0.3er Filter abteufen. Sollte sich herausstellen dass du doch zuviel Feinsand hast dann stellt du da eine Tour mit 3" Feinfilter und 4" Vollrohr rein und ziehst das DN125 wieder. Das sollte sich dann ganz gut wieder verkaufen lassen da es eine gängige Grösse ist.

    Nur als Idee, lasse mich natürlich gerne korrigieren.

    Ach ja, solltest du tatsächlich auf die Feinsandfilter umschwenken müssen dann bleibt es dir wohl nicht erspart dann noch tiefer zu gehen, die Durchlässigkeit ist halt doch geringer so dass du mehr Filterstrecke benötigst. Es sei denn du bist für deinen Einsatzzweck auch mit geringeren Förderraten zufrieden, nicht jeder braucht ja wirklich >3m³/h.

  • Ich habe mal mit meinem Smartphone probiert, den Sand zu fotografieren.

    Ich habe ca. 300g der letzten Bohrungen genommen, getrocknet und durch ein übliches Küchensieb vorgesiebt, Pi*Daumen sah das nach 1mm Maschenweite aus.

    Ca. 150g wurden dabei herausgesiebt, die sind in Bild 4 zu sehen.

    Der Rest war schwierig weiter zu trennen, habe bei Bild 1 und 2 mal probiert den etwas feineren Anteil zu verdeutlichen. Würde schätzen, dass von den 150g nochmal so die Hälfte "sehr fein" ist und der Rest ca. Spielsandgröße hatte, aber das ist nur "nach Gefühl".

    Bild 3 zeit noch einmal die 150g <1mm im Glas, man sieht dort ganz gut den staubähnlichen Anteil.

    Natürlich sagt das Bohrgut bei 5m nicht sonderlich viel über die Schicht bei 10-11m aus, aber ich erwarte einfach mal, dass diese Schluff/Feinsand/...-Anteile auch dort zu finden sind.


    schöne Grüße

  • Natürlich sagt das Bohrgut bei 5m nicht sonderlich viel über die Schicht bei 10-11m aus, aber ich erwarte einfach mal, dass diese Schluff/Feinsand/...-Anteile auch dort zu finden sind.

    Die Proben auf mm-Papier sind eigentlich recht aussagekräftig. Ein Gemisch aus Fein- und Mittelsand mit Grobsandanteilen.

    Dafür sollte ein 0,3mm Filterrohr ausreichend, wenn gehörig entsandet wird.

    Ich glaube, davon hast Di nur verschwommene Vorstellungen. Obwohl schon zigmal hier gepostet, noch mal die Bedeutung von Filterrohren und dem sie umgebenden Boden:

    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.


    Konkret würde ich bei Deinen Verhältnissen mit 4m 0,3mm 125er Filterrohr direkt abteufen. Sumpfrohr (1m) nicht vergessen.

    Sollten dabei Probleme auftreten, hast Du bei 125mm alle praktikablen Optionen offen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Laienhaft wieder auf ein Problem gestoßen, bei dem ich auf fachliche Kompetenz hoffe:

    Das Rohr steckt nun ca. 7,80m in der Erde. Nach einigen anderen Problemchen, bin ich nun auf die unerhoffte Tonschicht gestoßen. Allerdings ist diese nicht, wie die oberflächennahe weißgraue Tonschicht (Bild oben) halbwegs weich bis knetartig, sondern ist diese sehr formfest, wesentlich dunkler (das Stück ist noch feucht, aber der Rand ist schon angetrocknet) und fast schon so fest wie ein Kaubonbon (Maoam oder sowas).

    Mit dem aufgekanteten Brunnenbohrer bin ich garnicht in die Schicht eingedrungen, der drehte oben einfach "durch". Deshalb hatte ich einen 90mm-Edelman-Bohrer von erdbohrer.de bestellt (bevor ich wusste, was das für eine feste Masse ist). Aber auch mit diesem schaffe ich es praktisch nicht in die Schicht einzudringen - nur mit Körpergewicht und hin- und her und und und kann ich mit Glück so einen 5-8cm langen Klumpen ausbohren.

    Zwischen 5,5-6m befindet sich die Wasseroberkante, entsprechend befinden sich so 2m Wasser über dem Ton.

    Kann jemand sagen, was dies für "Ton" ist? (oder ist der einfach "so", weil der dauerhaft im Wasser ist?)

    Gibt es bessere Bohrer oder Techniken? Mehr "Auflast" auf das Bohrgestänge oder so?

    Wie würdet Ihr weiter verfahren?

    Gibt es Riverside-Bohrer für das Stecksystem von erdbohrer.de, sofern diese besser geeignet sind?

    Habe versucht bei google Tipps zur Anwendung eines Edelman-Bohrers zu finden, aber finde da mehr zu Moor- und Analysebohrungen als zu Brunnen.


    schöne Grüße

    David

  • Gibt es Riverside-Bohrer für das Stecksystem von erdbohrer.de,

    Soweit ich weiss, nicht. Muss man selbst anpassen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen