Alter Brunnen, Betonrohr 145 mm, braunes Wasser mit Sand

  • Hallo,


    ich habe schon Einiges mitgelesen, aber immer noch Fragen:


    Ich habe in unserem Garten einen Brunnen. Dieser ist schon älter, genaues Alter unbekannt. Hier das Bekannte zum Aufbau:

    - 6,70m tief, mit Lot ermittelt

    - Wasser ab 1,60m

    - Betonrohr mit ca. 145mm Durchmesser

    - ich weiß nicht, wie die Rohre geschlitzt sind, etc oder ob unten geschlossen oder offen
    - darin habe ich eine 3,5“ Brunnenpumpe (Zuvor war eine Schwengelpumpe darauf installiert)


    Und das Problem:

    - es wird Sand (siehe Foto) mitgefördert, ca 1 Teelöffel je 10l Eimer (ich habe schon verschiedene Positionen der Pumpe ausprobiert, immer mit Sandförderung)

    - das Brunnenwasser ist braun


    Was kann ich tun, damit ich möglichst klares Wasser ohne Sand fördere?

    Vielen Dank. 🙏

  • Die Bilderdokumentation ist gut, kann man mit arbeiten.

    Da das Betonrohr Sand liefert, gehe ich davon aus, dass es unten nicht abgeschlossen ist und auch keinen Filter besitzt.

    2 Möglichkeiten:


    1. billig, Wirksamkeit mehr als fraglich: kipp einfach Filterkies in das Rohr, sodass der ca. 20 -30 cm drin steht. ca. 2-3mm Körnung. Die Fördermenge wird abnehmen. Evtl. wird es sandfrei.


    2. teurer aber qualitativ deutlich besser: Nimm ein 100er Brunnenrohr, etwa 3m Filter, Rest Vollrohr, steck es in das Betonrohr und teufe es soweit ab, dass die Filterlänge unterhalb des Betonrohres liegt.

    Der fotografierte Sand ist recht körnig, da sollte man genug Wasser fördern können.


    Die braune Farbe kann nicht näher bestimmt werden. Entweder Eisen oder organischer Grund >>> Labor.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Ich bin bisher davon ausgegangen, dass es doch ganz gut ist, dass ich schon ab 1,60 m unter der Oberkante Wasser habe...

    Und das meinte er wohl auch: Bei so hoch liegendem GW-Spiegel dürfte es vergleichsweise einfach sein einen neuen Bohrbrunnen zu erstellen da du nicht allzu tief runter musst. Vorbehaltlich näherer Infos über die Bodenbeschaffenheit natürlich.


    Der Vorteil bei kg49's Variante: Du hast auf jeden Fall 5m Wassersäule über dem letzten Filtersegment was natürlich top ist. Und du musst nur die 3m Filter plus Sumpfrohr einplunschen was natürlich sehr viel weniger Arbeit ist als ein komplett neuer Brunnen wo du diese 5m ja auch noch einplunschen müsstest. Eigentlich beneidenswerte Voraussetzungen ;).

  • Danke für eure Rückmeldungen.

    1. billig, Wirksamkeit mehr als fraglich: kipp einfach Filterkies in das Rohr, sodass der ca. 20 -30 cm drin steht. ca. 2-3mm Körnung. Die Fördermenge wird abnehmen. Evtl. wird es sandfrei.

    verstehe ich es richtig, dass du davon ausgehst, dass das Wasser ausschließlich über den (wahrscheinlich offenen) Boden eindringt?

    2. teurer aber qualitativ deutlich besser: Nimm ein 100er Brunnenrohr, etwa 3m Filter, Rest Vollrohr, steck es in das Betonrohr und teufe es soweit ab, dass die Filterlänge unterhalb des Betonrohres liegt.

    also Filterlänge komplett unterhalb der 6,70 Betonrohr?


    Die braune Farbe kann nicht näher bestimmt werden. Entweder Eisen oder organischer Grund >>> Labor.

    Es setzt sich auch was Braunes an Pumpe und Schlauch ab, wenn es lange im Eimer steht, dann sieht man auch hier feine Partikel. Ist das dann ausgefälltes Eisen? Wie bekomme ich das in den Griff? Habe ich das wieder, wenn ich den Brunnen erweitere?


    Ist ein "ordentlicher" Brunnen, also mit Brunnenrohr (Filterstrecke, dann Vollrohr) innerhalb des Betonrohres sinnvoll, oder im aktuellen Ausbau nicht praktikabel?


    Danke

  • Ist ein "ordentlicher" Brunnen, also mit Brunnenrohr (Filterstrecke, dann Vollrohr) innerhalb des Betonrohres sinnvoll, oder im aktuellen Ausbau nicht praktikabel?

    Was erwartest du für eine Antwort wenn er dir genau das vorher empfohlen hat...?

    Oder meinst du die Rohrtour nur ins Betonrohr zu stellen ohne sie abzuteufen? Also praktisch nur als langen Filter in der bestehenden Wassersäule? Da der Wassereintritt mit grosser Wahrscheinlichkeit aktuell ja nur durchs untere Ende des Betonrohrs erfolgt und du den Querschnitt dieser Öffnung mit deinem Brunnenrohr massiv verengen würdest dürfte dann wohl nicht mehr viel übrig bleiben.

  • Oder meinst du die Rohrtour nur ins Betonrohr zu stellen ohne sie abzuteufen?

    Ja, genau das.

    ... und du den Querschnitt dieser Öffnung mit deinem Brunnenrohr massiv verengen würdest dürfte dann wohl nicht mehr viel übrig bleiben.

    Wenn das so ist, dann würde es in der Tat ja nicht viel Sinn machen. Meine Überlegung war, 3 m Filterrohr, darüber 3,6m Vollrohr. Pumpe hängt dann bei ca 2,5m unter Oberkante. Wasser über der Pumpe sollte dann noch sein und auch der Meter zur Filterstrecke.


    Verstehe ich euch richtig, dass dabei dann nicht genügend Wasser in das Rohr nachläuft? Also kommt durch den offenen Boden im Betonrohr deutlich mehr Wasser durch, als durch 3 m Filterstrecke?


    Sorry für die vielen Fragen.

  • Wenn du das Brunnenrohr in das Betonrohr stellst, mußt du es ja unten irgendwie verschließen, um nicht weiterhin den Sand von unten mit einzuspülen. ..und um diese Fläche verringert sich dann nun mal die Eintrittsfläche in das Betonrohr.

    Evtl ist das Betonrohr auch im unteren Bereich in irgend einer Weise wasserdurchlässig ausgeführt, aber auch dann entsteht auf Dauer evtl das Problem, daß der Sand, welcher dann weiterhin mit ins Betonrohr gespült wird, an der Schlitzung des Brunnenrohrs jedoch scheitert, die Wasserdurchlässigkeit mit steigendem Sandeintrag immer weiter verschlechtert.

    Versuch doch mal eine Kiespumpe irgendwo in der Nähe aufzutreiben und schau mal, welches Material diese zu Tage fördert. Weiterhin kannst du damit evtl feststellen, ob die Betonrohre evtl noch tiefer in den Boden gehen und im Laufe der Jahre womöglich schon etwas versandet sind.

    Also kommt durch den offenen Boden im Betonrohr deutlich mehr Wasser durch, als durch 3 m Filterstrecke?

    Im offen stehendem Zustand würden wohl durch bereits einen Meter Filterrohr mehr Wasser nachlaufen, als eine 4" Pumpe fördern kann.

    Aber wie gesagt, du willst ja den Sand fern halten. Also muß die Schlitzung oder der Kiesbelag so abgestimmt sein, daß dieser die Filterstrecke nicht passieren kann. Somit lagert sich dieser zwangsläufig um den Filter an und verschlechtert den Wasserzufluß.

  • Wenn das Filterrohr frei im Wasser steht reichen schon 2m Filter locker, das dürfte dann für >3qm/h gut sein. Eher fraglich ist dass überhaupt soviel Wasser durchs Betonrohr eintritt.

    Wobei ja ohnehin die Frage ist wieviel der Brunnen derzeit liefert? Wenn du deine Brunnenpumpe voll aufdrehst dürfte an der Rohröffnung schon ein gescheiter Sog entstehen, kein Wunder dass du reichlich Sand förderst. Ohne zumindest eine Kiesschüttung einzubringen würde ich das so nicht weiterbetreiben, dein Rohr wird mehr und mehr versanden.

    Die eindeutig beste Lösung ist mit Sicherheit die 3m Filterstrecke bis unter die Unterkante des Betonrohrs abzuteufen, auch wenn das zunächst mal mehr Geld und Arbeit ist. Das wird dann aber buchstäblich ein Brunnen für die Ewigkeit und du wirst dir später selbst für diese Entscheidung auf die Schulter klopfen :).

  • Danke für eure Hilfe.


    Also werde ich wohl folgendes probieren:

    1: Filterkies ins Betonrohr

    2: Falls 1 nichts bringt, Brunnen in Brunnen

    3: Falls 2 nicht hilft, Brunnen in Brunnen und weiter abteufen.


    Zu 2: sollte dann in den Zwischenraum zwischen Betonrohr und Neuem Rohr Filterkies? Die Schicht wird ja nicht dick genug sein...


    1 bis 3: Was denkt ihr, wie gehe ich mit dem (wohl eher) Eisen um? was gibt es da für Möglichkeiten. Dass es braun ausfällt liegt am Sauerstoff? Wie halte ich den aus dem Brunnen heraus?

Brunnen selber bauen