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  1. Brunnenbau-Forum
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Fragen zu Spülbrunnen

  • Stephan86
  • March 15, 2021 at 7:19 PM
  • Stephan86
    Beginner
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    • March 15, 2021 at 7:19 PM
    • #1

    Hallo zusammen,

    mittlerweile habe ich einiges zum Thema Brunnenbau durchgelesen und YT Videos angeschaut.

    Ich will in meinem Garten einen Bewässerungsbrunnen anlegen (ca 4000m² zu bewässern, u.a. für Gemüsebeete).

    Dazu habe ich aber noch kurz ein paar Fragen auf die ich keine ordentliche Antwort gefunden habe:

    Mein Plan ist es mit einem 260mm Hand-Bohrer bis auf den Grundwasserstand zu bohren (0-4 m Ton, ab 4 m Sand, ab ca 6 m Grundwasser, Brunnenendteufe ca 10-12m).

    Bei erreichen des Grundwasserstands will ich nun mit einem Arbeitsrohr mit einem Außen-Durchmesser von 225mm weiter machen. Hier ist die Frage ob ein Glattwandbrunnenrohr oder ein Brunnenrohr mit Wulst besser ist?

    Nach Installation dieses Arbeitsrohr will ich anstatt zu plunschen in dem Arbeitsrohr mit einem Hochdruckreiniger und einer 1,5" Spülleitung (ca 1 m³/min) weiter das Arbeitsrohr abteufen (mit Ballast).

    Meint ihr, ich bekomme mit dem Spülen genug Material aus dem Brunnenloch? (ich erwarte v.a. Sand)

    Nach erreichen der Endteufe soll das Brunnnenrohr mit DN 125 oder 150 eingeführt werden (Filterstrecke ca 3m).

    Der Zwischenraum soll mit Filterkies aufgefüllt werden. Dies wäre dann ringsherum 35mm bzw 60mm bei DN125. Verbaut werden soll eine 4" Tiefbrunnenpumpe.

    Nach Verfüllung mit Filterkies soll das Arbeitsrohr wieder gezogen werden.

    Braucht es den Filterkies überhaupt, die meisten Videos und Beiträge lese und sehe ich nur ohne Filterkies und ohne Arbeitsrohr, bzw hier wird gleich mit dem Brunnenrohr gearbeitet in dem am Schluss die Pumpe installiert wird.

    Grüße

    Stephan

  • Brunnen reinigen
  • Toenne
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    • March 15, 2021 at 7:42 PM
    • #2

    Die Vorgehensweise ist schon mal gut. Auch wenn die meisten Hobbyisten - aus Zeit- und Geldgründen - die Brunnenrohre direkt abteufen ist die Variante mit dem Arbeitsrohr die weitaus bessere und wird von profesionellen Brunnenbauern nicht ohne Grund praktiziert. Einfach weil man dann die Filterstrecke des eigentlichen Brunnenrohrs optimal auf die Gegebenheiten abstimmen kann und vor allem die Kiesschüttung als eigentliches Filtermedium nutzt und diese ebenfalls optimal auslegen kann.

    Sehr gut auch das Vorhaben einen ausreichend grossen Rindraum vorzusehen damit diese Schüttung eine hinreichende Dicke hat. DN125 Brunnenrohr ist dabei optimal da es einerseits sehr viel Auswahlmöglichkeiten bei der Pumpe gibt und andererseits die Kiesschüttung dicker ist als bei einem DN150 Rohr. Letzteres bringt dir hier keinerlei Vorteil.

    Aber mit einem 260er Handbohrer 4m durch Ton? Echt jetzt? Da wünsche ich schonmal viel Spass, bitte halte uns auf dem laufenden ;).

    Wenn du da durch bist unbedingt Glattwandrohr als Arbeitsrohr verwenden, der Ton quillt mehr oder weniger schnell wieder zu und wird die Muffen von Muffenrohren wie einbetoniert festklammern, da gibts dann kein Vor und kein Zurück mehr.

    Das mit dem Hochdruckreiniger kannst du knicken. Was du brauchst ist in erster Linie Volumen, nicht so sehr Druck. Wobei ich mich frage welcher Hochdruckreiniger 1m³/min liefert? Du meintest wohl eher 1m³/h? Wenn du wirklich so eine Feuerwehrpumpe zur Verfügung hast dann ist mein Einwand natürlich obsolet, 60m³/h ist schon ein Wort. Hast du auch einen Löschteich um das Ding zu speisen?

  • Stephan86
    Beginner
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    • March 16, 2021 at 9:04 AM
    • #3

    Danke schonmal für die Antwort. Wir haben einen Teich am Hof (ca 300 m³) den ich zum spülen nutzen kann.

    Wir sind ja zu zweit zum bohren , da wird das schon gehen 8o

  • Stephan86
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    • March 16, 2021 at 9:18 AM
    • #4

    Aber wie wichtig ist diese Filterkiesschicht? Ich würde gerne drauf verzichten, erstens müsste ich dann kein Loch mit 260mm bohren und ich bräuchte kein Arbeitsrohr kaufen, dass danach wertlos ist...

  • Toenne
    Intermediate
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    • March 16, 2021 at 9:30 AM
    • #5

    Wieso ist das Arbeitsrohr danach wertlos? Einfach wieder verkaufen. Klar hat man einen Wertverlust, der hält sich aber in Grenzen wenn man selbst auch nach gebrauchten Rohren Ausschau hält, wird in Kleinanzeigen ja immer wieder angeboten. Ist eine Art Kreislauf ;).

    Einen Brunnen will man ja üblicherweise viele Jahre lang nutzen, also macht es Sinn da auch beim Bau in etwas grösseren Zeitmaßstäben zu denken. Jeder zusätzliche Tag Arbeitsaufwand wird mit Monaten zusätzlicher Nutzungsdauer entlohnt.

    Zur Kiesschüttung wird der Chef sicherlich etwas schreiben, er hat da recht informative Texte die er reinkopieren kann. Wobei du die mit etwas Leserei im Forum früher oder später auch selbst finden wirst.

  • Kurty
    Intermediate
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    • March 16, 2021 at 6:18 PM
    • #6

    Das a und o ist die spülmenge. Den Hochdruckreiniger will ich sehen!

    Du brauchst eine Benzin Pumpe mit Leistung.

    Ein Freund von mir ist selbstständig mit hochdrucktechnik . Der betreibt seine „Hochdruckreiniger“ / Pumpen mit Volvo Penta Motoren mit gut 200ps. Da kommen zwar am Ende knapp 1000bar raus, aber keine 1000l die Minute......

    Also zeig her deine Höllenmaschine.....

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • kg49
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    • March 16, 2021 at 7:13 PM
    • #7
    Quote from Stephan86

    Braucht es den Filterkies überhaupt, die meisten Videos und Beiträge lese und sehe ich nur ohne Filterkies und ohne Arbeitsrohr

    Dazu mal folgender Artikel, den Du bei dieser Fragestellung wahrscheinlich noch nicht gelesen hast:

    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Eckie
    Erfahrener Benutzer
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    111
    • March 19, 2021 at 9:37 AM
    • #8
    Quote from Stephan86

    Aber wie wichtig ist diese Filterkiesschicht? Ich würde gerne drauf verzichten, erstens müsste ich dann kein Loch mit 260mm bohren und ich bräuchte kein Arbeitsrohr kaufen, dass danach wertlos ist...

    Das wichtigste!

    Die 4 Meter dicke Tonschicht, wirst Du diese auch wieder in Ordnung machen, das heisst: Um die Rohre soll der Boden wieder im gleichen Zustand wie vor der Bohrung gemacht werden. Dazu gibt es Tonpellets (Mikolit usw.) Die Tonschicht ist eine natürliche Abdichtung, kann man nicht einfach nur so reinbohren ohne den Boden wieder zu beschützen gegen Verschmutzung. Wenn ich das machen würde und es kommt eine Inspektion, dan habe ich €7.500 Zwangsgeld am Hintern. Ein einzigerTropfen Oel ( schmiermittel ) verschmutzt schon das Grundwasser.

    Wenn Du durch 4 Meter Ton bohren musst, brauchst Du bei 260 mm professionelles Werkzeug, kein Hobbybastlerdreck!
    Da wünsche ich Dir viel Erfolg! Und da drehst Du per Hand noch keine 30 Minuten bevor Du erschöpft auf der Erde zusammenbrichst.

  • Stephan86
    Beginner
    Posts
    4
    • March 22, 2021 at 10:06 AM
    • #9

    Danke für die Antworten. Ich werde berichten sobald ich gebohrt habe (oder versucht habe zu bohren ;) )

  • Koppmoscha
    Beginner
    Posts
    9
    • March 30, 2021 at 5:30 PM
    • #10

    260mm per Hand bohren kannst du knicken. Ich habe bei mir hauptsächlich Lehmboden und bin schon mit einem 160er Bohrer gescheitert. Obwohl wir 2 Personen wahren und an dem Handgriff jeweils 1m Verlängerung hatten.

    Ich musste ein kleineren Bohrer kaufen und vorbohren. Das ist die Hölle und inzwischen bin ich am überlegen mir ein Spülbohrgerät zu kaufen oder ein Profi Brunnenbohrer zu holen.

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