Brunnenrohr steht auf Lehm/Tonboden, Wasserstand zu dicht an Filterstrecker

  • Hallo Forum,


    Nachdem ich hier lange passiv mitgelesen und mich informiert habe, muss ich nun mal aktiv werden. Natürlich mit einer Frage. ;)


    Ich habe 9m Brunnenrohr (DN115) gesetzt, dass sich wie folgt zusammensetzt:

    - 1 m Sumpfrohr

    - 2 m Filterstrecke 0,3mm geschlitzt

    - 6 m Brunnenrohr


    Wasser steht bei 5,30 m, also 70 cm über der Filterstrecke. Ich wollte nun gerne noch 1-2 m tiefer aber ich stehe auf einer schwarzen Lehm/Tonschicht (schmierig, riecht wie Erde), wo es nicht wirklich weiter geht.

    Bis auf ca. 8m war ich glücklich über grobkörnigen Sand, dann wurde es feiner bis richtige Lehm/Tonklumpen drin waren.

    Mit dem Plunscher fördere ich nun kein Material mehr nach oben.


    Ich habe nun mal eine Pumpe (die ca. 1500 L/h fördert) angeschlossen und die Entnahmestelle 20 cm über der Filterstrecke (50 cm unterm Wasserstand) gehängt. Leider fällt der Wasserspiegel zu stark und die Pumpe läuft nach 20 Sekunden trocken.
    Meine Ansprüche an den Brunnen sind nicht hoch. Habe bisher meinen Garten mit einem Wasseranschluss gewässert, der ca. 1000 L/h die Stunde schafft und mehr muss nicht unbedingt sein.


    Wie mache ich nun weiter?


    - Rohr ziehen und ohne Sumpfrohr 3 Meter Filterstrecke benutzen?

    - Entnahmestelle in die Filterstrecke hängen und hoffen, dass es gut geht? (Die Entnahmemenge/Durchfluss ist ja nicht so hoch)

    - Irgendwie durch die Lehm/Tonschicht durch, von der ich keine Ahnung habe wie dick sie ist?

    - Aufbau des Brunnenrohres gleich lassen aber DN 150 oder noch größer benutzen statt DN 115, um die Filteroberfläche zu vergrößern.


    Ich habe noch nicht klargespühlt, könnte sich dadurch noch etwas dramatisch verbessern?


    Danke für eure Ideen und Anmerkungen!







  • Ich habe nun mal eine Pumpe (die ca. 1500 L/h fördert) angeschlossen

    Tiefbrunnenpumpe oder Hauswasserwerk?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg49,



    Es ist eine normale Gartenpumpe. Laut Hersteller 2100 L/h.


    Die 1500 L/h hab ich geschätzt, ein vernüftiges Auslietern ist ja zur Zeit nicht möglich in der kurzen Zeit. Ein 10 Liter Eimer wird fast voll in den 20 Sekunden, so 5 cm bis zum Rand fehlen, würde sagen so etwa 8 Liter. Soweit ich es von oben beurteilen kann, dauert es eine halbe Minute bis der Wasserstand wieder auf Level ist.


    Und das ständige Entlüften des Saugschlauches macht auch keine Freude, die Pumpe kann ganz schön zickig sein.

    Über einen Kugelhahn hab ich versucht die Durchflussmenge zu reduzieren, aber da ist nicht viel Spiel bevor die Pumpe dann gar nichts mehr macht.


    Die endgültige Lösung aus Pumpe, Steuerung, etc. steht noch nicht fest. Da wollte ich noch kein Geld investieren bevor nicht klar ist, ob es überhaupt funktioniert und sinnvoll ist.


  • Du könntest mal aus dem Sumpfrohr ansaugen.

    Bei Drosselung der Fördermenge muss auf der Druckseite gedrosselt werden, nie auf der Saugseite. So lange drosseln, bis die Pumpenförderung durchläuft, dann auslitern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • tatsächlich ist der Kugelhahn auf der Saugseite.

    Erschien mir an der Saugseite der Pumpe praktischer zu montieren... ohne groß drüber nachzudenken...


    Wenn die Temperaturen es wieder zulassen, werde ich wieder alles aufbauen. Die nächsten Tage sind hier wieder Minusgrade angesagt.

  • So, früher Feierabend gemacht und die Sonnenstrahlen genutzt.


    Entnahmestelle jetzt bei 8,20m.

    Pumpe eine Stunde mit 250 L/h laufen lassen, ersten 5 Minuten eine grau, schwarze Brühe gepumpt, danach halbwegs klar aber mit Feinsand Ablagerung im Druckschlauch

    Habe danach auf ca. 500-550 L/h erhöht und nach ca. 20 Minuten ist das Wasserstand bis zur Entnahmestelle gefallen und die Pumpe hat Luft gezogen. Danach wieder eine Stunde (und läuft noch) mit 250 L/h gepumpt, und nun kein Feinsand mehr im Schlauch und auch keine Ablagerung mehr im Eimer. Wasser ist nun absolut klar.

    Werde das Ganze gleich beenden, bevor es friert.


    Ich hoffe die Förderleitung ist noch steigerungsfähig in Richtung 1000 L/h.

    Kann man da pauschal irgendwas sagen inwieweit sich die "Ausbeute" steigern lässt?

  • Kann man da pauschal irgendwas sagen inwieweit sich die "Ausbeute" steigern lässt?

    Durch sorgfältiges Klarpumpen kann man die Leistung eines Brunnens schon steigern, allerdings halte ich eine Steigerung um den Faktor 4 für kaum realisierbar.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich habe nun vor das Brunnenrohr zu ziehen und umzubauen und habe mir dazu noch einen Meter Filterrohr bestellt.


    50 cm Sumpfrohr

    1 m Filterrohr

    50 cm Sumpfrohr (Hier positioniere ich dann die Ansaugstelle)

    2 m Filterrohr


    Das oberste Filterrohr steht dann zwar nicht komplett im Wasser aber wohl besser als nichts.



    Bevor das Rohr wieder in die Erde kommt, werde ich aber in einer anderen Ecke des Gartens nochmal bohren. Vielleicht steht da das Wasser ja höher. Ein Nachbar meinte er hätte früher Wasser auf 3 Meter in einer Sickergrube (Betonringe) gehabt, die er aber zugeschüttet hat.

    Vielleicht hab ich Glück oder ich habs zumindest versucht.


  • hab versucht das Brunnenrohr zu ziehen, bin aber gescheitert.

    Die Rohre lassen sich nicht trennen. Ich habs mit einer Holzklemme und einem Hebeschlinge versucht. Die Hebeschlinge ist nicht durchgerutscht, es hat sich aber nichts bewegt. Der Hebel war wohl zu kurz.


    Ich werde wohl mit der Förderleistung leben müssen und in eine Regentonne zwischenpumpen und daraus dann die Gartenbewässerung realisieren.




  • Der Hebel war wohl zu kurz.

    Welcher Hebel? Zum Ziehen von Brunnenrohren nimmt man entweder einen Kettenzug oder zwei Wagenheber.

    Jedenfalls sollte dabei Kräfte von bis zu 5 to realisierbar sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Mit Hebel meinte ich das zusammengedrehte Stück Hebeschlinge, dass ich zum Drehen des Rohres benutzt habe/wollte.


    Gezogen habe ich mit Dreibein und Kettenzug und habe das Brunnenrohr auch über einen Meter aus dem Boden bekommen.

    Ich wollte nun das oberste Rohr (sind alles 1 Meter Stücke) abschrauben und habe dazu am unteren die Holzklemme angebracht zum Gegenhalten (der Teil im Boden hat sich schon mitgedreht) und am oberen eine Hebeschlinge rumgelegt und verdreht. so wollte ich das obere Rohr los drehen. Hat sich aber wie gesagt nicht bewegt.




  • Dabei mal gegen das Gewinde klopfen (ggf. mit 2. Mann).

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Der Brunnen ist fertig (oder bin ich es?) und ich wollte euch über das Ergebnis informieren und hier abschließen.



    Kurzfassung:

    • Brunnenrohr wurde gezogen und umgebaut, keine Steigerung der Entnahmemenge erreicht. 350-400 Liter die Stunde.
    • Tiefbrunnenpumpe gekauft und ins Rohr gehängt. Die Saugleitung ist trotz 2er Rückschlagventile (eines an der Pumpe, eines am Ende der Leitung) über Nacht wieder leer gelaufen, jedesmal entlüften war nicht der Plan.
    • Auch nach Stunden immernoch Feinsand im Wasser, 1/4 Teelöffel auf 12 Liter Baueimer. Wasser ist sonst kristallklar.
    • Feinsandmenge beim Einschalten der Pumpe drastisch erhöht (braune Brühe)
    • Das Brunnenrohr (unten verschlossen) hat sich mit Feinsand zugesetzt/abgesetzt
    • Brunnenrohr wieder leer geplunscht
    • Brunnenrohr (DN 80) und Feinsandfilter von Lotze gekauft und Rohr in Rohr versenkt
    • Tiefbrunnenpumpe (3") passt mit mehr Glück als Verstand ins DN 80 Rohr.
    • Tiefbrunnenpumpe baut deutlich weniger Druck auf als am Anfang, Vermutlich Abnutzung durch den gepumpten Sand. Für meine Zwecke reicht es aber noch.
    • maximale Entnahmemenge ist unverändert aber absolut sandfrei.


    Ich pumpe nun in eine 500 Liter Regentonne und von dort dann mit der ursprünglichen Gartenpumpe in den Garten. Ich buddel die Tonne jetzt noch 1/3 ein und verbinde eine Zweite.



    Abschließend muss ich sagen, dass für das investierte Geld und dem erreichten Ergebnis das Wasser aus der Leitung für eine sehr lange Zeit günstiger bekommen hätte. Geld sparen werde ich also nicht. Zumindest liegen die Förderkosten (Stromkosten für beide Pumpen) pro m3 bei der Hälfte zum Wasserpreis.


    Beim Bekannten ein Ort weiter (100m zum Mittellandkanal) vor 2 Wochen in einer Senke Oberflächenwasser bei 1,5 m gehabt, bis 5 Meter runter gegangen, grober Sand mit Steinen. Pumpe mit 2000 l/h läuft durch ohne Probleme... hätte hätte Fahrradkette...

Brunnen selber bauen