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  1. Brunnenbau-Forum
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Gibt es 'zuviel' Filterrohr?

  • Toenne
  • May 4, 2020 at 10:35 PM
  • Toenne
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    • May 4, 2020 at 10:35 PM
    • #1

    Hallo in die Runde.

    Wahrscheinlich gibt es auch hier Wanderer zwischen den Welten, sprich: User die nicht nur hier lesen und posten sondern auch anderweitig. Daher möchte ich mich gleich für mein Crossposting aus dem Brunnen-Forum entschuldigen, leider aber sind die Infos dort nicht so wirklich hilfreich.

    Also: Genommen der Fall man plant einen Bohrbrunnen mit 3m Filterstrecke über der 1m höher dann die Pumpe hängen soll. Das Schicksal meint es aber nicht allzu gut und die Bohrung geht auf dem letzten Meter nicht mehr weiter, die Pumpe müsste also in oder direkt über der ersten Filterstrecke hängen damit noch genug Wasser drüber steht.

    Klar ist soweit dass dies für diesen Filterbereich nicht besonders günstig ist da z.B. aufgrund der Saugwirkung der Pumpe dieser Bereich zum Verstopfen neigen wird. Was ist aber mit den 2m darunter?

    Nach meinem Verständnis würde sich der obere Meter nach und nach zusetzen und nach einiger Zeit quasi zu einem Vollrohr werden. So dass letztlich wieder die 'normale' Bauart mit der Pumpe 1m über der Filterstrecke vorliegt, nur dass diese jetzt halt nicht mehr 3m beträgt sondern nur noch 2m. Abgesehen von der geringeren Wassermenge die nun entnommen werden kann - von der wir einfach mal ausgehen dass sie dennoch genügen würde...und selbst wenn nicht, ist ja 'eh nicht zu ändern - besteht das Risiko nach meiner laienhaften Annahme nur darin dass man halt 1m etwas teureres Filterrohr versenkt hat statt gleich Vollrohr zu verwenden, ruinieren wird einen das nicht. Egal ob man nun den zusätzlichen Meter Filterrohr verwendet hat oder statt dessen 1m Vollrohr mehr und gleich nur 2m Filterstrecke, die Filterstrecke wäre so oder so 2m.

    Im Nachbarforum wurde die These geäussert dass sich die Verstopfung in ersterem Fall aber nach und nach immer weiter ausbreiten würde, ohne wirklichen Stillstand. Was in letzterem Fall nicht passiert, sonst würde ja kein Brunnen mit 'klassischem' Aufbau funktionieren...

    Allerdings gabs bislang keine Begründung für diese Annahme die ich verstanden hätte, deswegen wollte ich hier mal nach eurer Einschätzung fragen, vielleicht gibt es ja sogar eigene Erfahrungen?

    Ich will diese These auch gar nicht in Frage stellen, nur möchte ich sie dann auch begreifen.

    Vielen Dank!

    PS: Bitte jetzt nicht über 0.5m hin oder her diskutieren die die Pumpe höher oder tiefer hängen sollte/könnte, oder ob man sie nicht besser ins Sumpfrohr hinge. Mir geht es einfach nur um diesen prinzipiellen Fall, pure Theorie also.

  • Brunnen reinigen
  • kg49
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    • May 4, 2020 at 10:52 PM
    • #2

    Ich habe diesen Post ebenfalls gelesen, deswegen kurz meine Meinung dazu: Du gehst davon aus, dass das Filterrohr an der Stelle des Pumpensoges verstopft.

    So wie ich den Dialog verstanden habe, wurde das aber nicht explizit behauptet.

    Das dürfte auch nicht der Fall sein. Durch die erhöhte Wasserströmung kommt es zu einem höheren Sog in dem darum befindlichen Bodengrund. Was das bewirkt, wissen die Götter, es wird auch stark vom Bodengrund abhängen, ob gleichmässig, inhomogen, kleinkörnig oder grobkörnig.

    Man sollte daraus kein Dogma machen.

    Was aber durch die erhöhte Eintrittsgeschwindigkeit des Wassers bewirkt werden kann, ist langfristig eine Verockerung dieses Bereiches. Sowohl am Filter wie auch in dem darum befindlichen Bodengrund.

    Diese Verockerung und ihre Auswirkungen sind m.E. einmal wasserabhängig und wieder bodenabhängig, sodass m.M. keine allgemeinverbindliche Aussage getroffen werden kann.

    Wie heisst es so schön: alles kann, nichts muss.

    Um langfristige Schäden zu vermeiden ist natürlich jeder Brunnenbauer bemüht, die Pumpe nicht in den Filterbereich zu setzen, um "wirbelnde" Strömungen zu vermeiden. Eine ruhige, langsame Strömung durch die Filterschlitze ist eine der besten Garantien für ein langes Brunnenleben. Damit meine ich Jahrzehnte.

    Mein erster ist im 3. Jahrzehnt und genauso "frisch" wie am ersten Tag. Ich hoffe, dass mein Enkel genauso davon profitiert.

    Mehr kann ich dazu nicht sagen, hoffe jedoch auf einige weitere Beiträge aus diesem Forum.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Toenne
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    • May 4, 2020 at 11:02 PM
    • #3
    Quote from kg49

    Verockerung _dieses_Bereiches_

    Das ist halt das Zauberwort. Wie gesagt, wäre dann nur der erste Meter der Filterstrecke betroffen dann wäre das kein big drama, bleiben halt nur noch 2m. So als ob man gleich nur 2m verwendet hätte. Würde aber tatsächlich nach und nach der gesamte Filter verockern dann wäre das schon blöd ;).

    Quote

    So wie ich den Dialog verstanden habe, wurde das aber nicht explizit behauptet.

    Nun ja, "Pumpe in der Filterstrecke im Filterrohr ist wohl die schlechteste Variante. Das Filterrohr setzt sich zu" klingt schon recht bestimmt ^^.

    Entsprechende Bodenverhältnisse vorausgesetzt natürlich, in feinstem Kies ist die Wahrscheinlichkeit sicher weitaus geringer als in Sand.

  • kg49
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    • May 4, 2020 at 11:13 PM
    • #4
    Quote from Toenne

    klingt schon recht bestimmt

    Phonetisch und vom Verständnis her sicher, aber man darf da nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Die Autoren des Forums sind sehr unterschiedlich in ihrer Ausdrucksweise.

    Insgesamt aber doch meistens recht interessant zu lesen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Lumpi
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    • May 7, 2020 at 12:25 PM
    • #5

    Ohne es jetzt genau zu behaupten, aber ich glaube, bei mindestens 50% der selbst gebauten Brunnen hängt die Pumpe im Filterbereich. Allein schon weil viele dieser Brunnen vor dem Siegeszug des Internets entstanden sind. ;)

    Mal eine zusätzliche Überlegung / Frage:

    Was spricht denn dagegen, die Pumpe in deinem Fall nun so zu platzieren, daß die Ansaugung im Bereich einer Muffe positioniert wird?

  • Toenne
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    • May 7, 2020 at 4:05 PM
    • #6

    Und wenn das Rohr muffenlos ist? ^^^^^^

    Späßle gemacht, schon klar was du meinst.

    Der Abstand der Schlitze dürfte in dem Bereich aber gerade mal 60cm zueinander betragen schätze ich mal (wenn überhaupt), hinge die Pumpe also dazwischen dann betrüge der Abstand Pumpe-Filterschlitze also auch weniger als 30cm nach oben und unten zu den Schlitzen. Ich glaube dann wäre eine unten ansaugende Pumpe im Sumpfrohr doch besser.

  • Eckie
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    • July 14, 2020 at 3:45 PM
    • #7

    Wenn Brunnen ohne Arbeitsrohre gebohrt werden sollte man nie eine Brunnenpumpe verwenden. Sumpfrohr kennen wir hier nicht. Wenn der Brunnen recht tief ist und genügend Wasser drin steht, dann nehme ich unten meistens 2 Meter Vollrohr mit Bodendeckel, dann 2,5 bis 5 Meter Filterstrecke.

    Auch habe ich schon oft genug eine Tiefbrunnenpumpe in die Filterstrecke gehängt, noch nie Probleme gehabt. Wenn der Brunnen gut gebaut wurde ist das für mich gar keine Frage.

  • Toenne
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    • July 14, 2020 at 5:56 PM
    • #8
    Quote from Eckie

    Sumpfrohr kennen wir hier nicht. ... dann nehme ich unten meistens 2 Meter Vollrohr mit Bodendeckel,

    Und das nennt man hier Sumpfrohr...

    Quote from Eckie

    Wenn Brunnen ohne Arbeitsrohre gebohrt werden sollte man nie eine Brunnenpumpe verwenden.

    Jetzt bin ich auf die Begründung gespannt...oder was du überhaupt damit meinst :/

  • Eckie
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    • July 14, 2020 at 11:49 PM
    • #9
    Quote from Toenne

    Und das nennt man hier Sumpfrohr...

    Jetzt bin ich auf die Begründung gespannt...oder was du überhaupt damit meinst :/

    Ob Du das bei euch Sumpfrohr nennst oder nicht, wenn Du mit Arbeitsrohr arbeitest, brauchts du kein Sumpfrohr, weil die Arbeitsrohre sowieso alle Vollwand sind. Was ist denn hier so schwierig zu kapieren!

    Wenn man durch den PVC plunscht oder Kiespumpt, dann ist halt nichts mehr möglich mit extra Filterstrumpf. Dann bist Du völlig abhängig vom Bodem, kommst Du überhaupt tief genug, ist die Bodenschicht geeignet..usw.
    Das ist einfach nicht die Methode wie man einen vernünftigen Brunnen bohrt.

    Immer Arbeitsrohre verwenden die gross genug sind. Dann kannst Du hinterher noch immer entscheiden wie der Aufbau der Rohrtour sein muss.

  • kg49
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    • July 15, 2020 at 12:27 AM
    • #10
    Quote from Eckie

    wenn Du mit Arbeitsrohr arbeitest, brauchts du kein Sumpfrohr, weil die Arbeitsrohre sowieso alle Vollwand sind.

    ? ? ?

    Was hat das Arbeitsrohr mit dem Sumpfrohr zu tun?

    Sumpfrohr, Absetzrohr, Vollrohr am unteren Ende eines Brunnens, nach unten durch eine Kappe, einen Stopfen oder ggf. ein Rückschlagventil (erlaubt spätere Durchspülung) abgedichtet. Es dient zur Aufnahme von Feststoffen, die in den Brunnen gelangen und im Sumpfrohr abgelagert werden können, ohne Filterstrecken abzudichten.

    Quelle: Spektrum der Geowissenschaften

    Für professionelle niederländische Kunden (400mm Durchmesser):

    https://www.vrm.nl/de-de/pvc-zand…2f%26count%3D20

    Beispiel für eine Ausschreibung für einen Brauchwassserbrunnen (mit Sumpfrohr):

    https://www.bauportal-deutschland.de/oeffentliche_a…en_1211900.html

    Im hobbymässigen Brunnenbau kann das Sumpfrohr drei Aufgaben erfüllen:

    1. Wie im professionellen Brunnenbau die Aufnahme von Sedimenten, die u.U. während des Pumpbetriebes anfallen.

    2. Platz für eine Pumpe zu schaffen, wenn diese aus ungünstigen Voraussetzungen nicht oberhalb des Filters platziert werden kann.

    3. Schutz des Filterrohres gegen mechanische Beschädigungen beim Plunschen.

    Die letzte Aufgabe entfällt logischerweise bei Verwendung eines Arbeitsrohres.

    Gruss

    kg49


    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Eckie
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    • July 15, 2020 at 7:42 AM
    • #11

    Danke KG 49,

    Ich weis was ein Sumpfrohr ist, will nur sagen das ich keinen einzigen Brunnenbauer kenne der damit arbeitet. Und glaube mir, ich kenne sehr viele hier in der Niederlande.

    Es geht hier doch um die Frage ob die Brunnenpumpe ohne Risiken im Filterbereich hängen kann. Abhängig vom Boden sage ich ja, aber ideal ist das nicht. Aber ansaugeschlauch in der Filterstrecke ist das gleiche in grün für mich.

  • Toenne
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    • July 15, 2020 at 3:33 PM
    • #12
    Quote from Eckie

    das ich keinen einzigen Brunnenbauer kenne der damit arbeitet. Und glaube mir, ich kenne sehr viele hier in der Niederlande.

    Gibts kein niederländisches Brunnenbauforum? Wieso glaubst du uns ständig zu eurer 'Norm' bekehren zu müssen?

    Die Frage war nicht 'Arbeitsrohr oder nicht' sondern ob eine Pumpe (oder von mir aus auch ein Ansaugschlauch) im Filterbereich hängen darf wenn man bereit ist diesen Bereich zu opfern oder nicht. Und vieles spricht offensichtlich dafür dass die Antwort heisst 'besser nicht'.

    Quote from Eckie

    Was ist denn hier so schwierig zu kapieren!

    Eben...

  • Kurty
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    • July 15, 2020 at 4:59 PM
    • #13
    Quote from Toenne

    Gibts kein niederländisches Brunnenbauforum? Wieso glaubst du uns ständig zu eurer 'Norm' bekehren zu müssen?

    Die Frage war nicht 'Arbeitsrohr oder nicht' sondern ob eine Pumpe (oder von mir aus auch ein Ansaugschlauch) im Filterbereich hängen darf wenn man bereit ist diesen Bereich zu opfern oder nicht. Und vieles spricht offensichtlich dafür dass die Antwort heisst 'besser nicht'.

    Eben...

    Ich hoffe doch sehr, du übst keine Kritik am holländischen Superman-Brunnenbauer :D:D:D.

    Nicht umsonst sind diese bei uns für die Blumenläden zuständig und nicht für die Wasserversorgung :P:saint:

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Toenne
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    • July 15, 2020 at 5:03 PM
    • #14
    Quote from Kurty

    und nicht für die Wasserversorgung

    Doch...in roten Kugeln, genannt 'Tomaten' :)

  • Eckie
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    • July 15, 2020 at 8:03 PM
    • #15
    Quote from Toenne

    Gibts kein niederländisches Brunnenbauforum? Wieso glaubst du uns ständig zu eurer 'Norm' bekehren zu müssen?

    Die Frage war nicht 'Arbeitsrohr oder nicht' sondern ob eine Pumpe (oder von mir aus auch ein Ansaugschlauch) im Filterbereich hängen darf wenn man bereit ist diesen Bereich zu opfern oder nicht. Und vieles spricht offensichtlich dafür dass die Antwort heisst 'besser nicht'.

    Eben...

    Was ist denn los mit Dir? Ich versuche gar nicht jemanden zu bekehren. Okay, ich habe mal eine zynische Bemerkung gemacht, tut mir leid Toenne, war nicht falsch gemeint.

    Können wir das jetzt hinter uns lassen?

    Ich versuche nur ein wenig hilfreich zu sein. Mein Vater ist Deutscher, ich wohne im Grenzbereich, da gibt es gar nicht NL vs D. :)

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