Planung Bohrbrunnen

  • Liebes Brunnenbau-Forum!


    Ich lese seit ca 2 Monaten mit großem Interesse viele Beiträge in diesem Forum, um mir ein gewisses Grundwissen anzueignen, bin aber dennoch ein Neuling und ersuche daher, manche Unwissenheit oder falsche Ausdrücke zu entschuldigen.


    Ich habe mir vor ca 4 Jahren im Keller (Bodenniveau im Keller ca 1,5 Meter unter Grundstücksoberkante) einen Schlagbrunnen (5/4 Zoll) machen lassen. Der Brunnenbauer hat ca 7,5 Meter geschlagen (Aufbau: Rammspitze, ein 6-Meter-Rohr und dann noch ein 1-Meter-Rohr, welches er nicht mehr ganz in den Boden gebracht hat – er hat ja auch nicht vorgebohrt, sondern gleich geschlagen). Damals ist der Brunnen ca 2, 5 Meter im Wasser gestanden und hat nach dem Klarpumpen jetzt für knapp 4 Jahre mit einer Kreiselpumpe zu meiner Zufriedenheit Brauchwasser für mein Haus geliefert (zwischen 50 und 100 m³ pro Jahr). Die Leistung betrug grob geschätzt ca 1000 Liter pro Stunde (ich habe keine langen Pumpversuche gemacht, aber für die Füllung meines Membrandruckkessels lief die Pumpe knapp unter 1:30 min, nach ca 30 l Wasserverbrauch sprang die Pumpe wieder an, bei Blumengießen mit dem Gartenschlauch über ca ¼ Stunde betrug die Leistung durchgehend etwas mehr als 20 l pro Minute).


    Heuer im März ist der Brunnen leider versiegt. Ich habe nach dem Trockenlaufen der Pumpe die Verschraubung geöffnet und durch meine Messung einen Wasserstand von ca 10 cm festgestellt, bei einer nun nachgemessenen Gesamttiefe von ca 7 Meter. Ich nehme an, dass der „fehlende“ halbe Meter zwischenzeitlich versandet ist.


    Laut den Daten von 2 Messbrunnen in meiner Umgebung (ca 1,5 bzw. 3 km Entfernung) ist der Grundwasserstand in den letzten 4 Jahren zwischen 2 und 2,5 Meter gefallen. Die bis in die 70-er Jahre zurückreichenden historischen Daten zeigen stark schwankende Grundwasserstände an, Unterschied zwischen historischem Hoch und Tief über 7 Meter, derzeit noch knapp 2 Meter über dem historischen Tief.


    Zur Geologie führe ich laienhaft an: Ich befinde mich Österreich in einem von Vorbergen und etwas weiter weg von Bergen (bis zu 2000 m Höhe) umgebenen Becken, welches in der Eiszeit mit Geschiebe aufgefüllt wurde. Die Höhe dieses Geschiebes in meinem Gebiet beträgt ca 100 Meter, bevor festes Grundgestein erreicht wird.

    Ich konnte leider nirgendwo Bohrprofile über die Zusammensetzung des Untergrundes finden. Die Zusammensetzung des Untergrundes dürfte in der gesamten Tiefe mit nur leicht variierender Korn- bzw. Steingröße ziemlich ähnlich sein: nach einer Erdschicht von ca ½ Meter kommt ein Gemenge aus Feinsand, Sand, Kies, Schotter (alles „Rundkorn“). Beim Bau des Sickerschachtes meines Pools bin ich bis in eine Tiefe von ca 3 Meter gekommen, die Zusammensetzung war zumindest über diese Strecke gleich. Gewerbliche Kies- bzw- Schottergruben in der Umgebung fördern meines Wissens mittels Nassbaggerungen auch in einer Tiefe von über 20 Metern eine ähnliche Zusammensetzung.

    Größere Steine mit einer Kantenlänge von über 10 cm sind zum Glück nur relativ selten enthalten, laut Erfahrung bei meinem Pool-Aushub würde ich eine kleine bis mittlere zweistellige Anzahl pro Kubikmeter schätzen, die größten Steine bei ca 50 m³ Aushub hatten zwischen 15 und 20 cm Kantenlänge an ihrer längsten Seite, das waren aber maximal 1-2 pro Kubikmeter.


    Im Anhang ein paar Fotos vom Bodengrund:


    - Ein paar Kubikmeter Aushub vom Poolbau, bereits abgelagert und die Oberfläche mehrfach abgeregnet

    - Ein Querschnitt des Aushubs mit Maßband zur Skalierung

    - Foto von einigen der größten Steine

    - Das bleibt beim Sieben mit ca 2,5 mm Maschenweite


    In Zukunft werde ich wesentlich mehr Wasser benötigen als wie bisher 50-100 m³ pro Jahr (Pool, Gartenbewässerung nach Gartenumgestaltung). Auch wenn das Grundwasser vielleicht nächstes Jahr wieder steigen könnte und mein Schlagbrunnen wieder Wasser führen würde, wäre ich wahrscheinlich aufgrund des zukünftigen gestiegenen Wasserbedarfs damit nicht glücklich.


    Ich plane daher nun, einen Bohrbrunnen entweder selbst zu errichten bzw. errichten zu lassen. Der erste Kostenvoranschlag eines Brunnenbauers hat mich aber einmal ziemlich die Ohren anlegen lassen: vorgeschlagene Bohrtiefe 18 Meter (nach Kundenwunsch auch mehr oder weniger möglich

    Baustelleneinrichtung, Geräte- und Materialtransport pauschal 804,--

    Trockenbohrung 219 mm in gewachsenen Lockerböden 120,-- pro Meter

    Ein- und Ausbau einer Hilfsverrohrung 60,-- pro Meter

    Ausbau der Bohrung mit Voll-, Filter- und Sumpfrohr inkl

    Ringraumverfüllung mit Filterkies und Tonabdichtung 60,-- pro Meter

    Entsanden pauschal 216,--


    Macht zusammen für 18 m (ohne Pumpe) stolze 5.340,--


    Daher wäre nach dem Lesen von vielen Beiträgen in diesem Forum (großes Lob, das umfassendste, genaueste, detaillierteste Forum und die beste Informationsquelle, die ich im Internet gefunden habe) mein Plan, die Errichtung – wenn machbar - selbst zu versuchen.

    Meine Planung wäre wie folgt:

    Der Grundwasserspiegel liegt derzeit ca 8,5 Meter unter Bodenniveau (schwankt historisch laut Messungen seit den 70- ern zwischen ca 3,5 und 10,5 Metern).

    Ich baue neben meinem Pool einen ca 2 Meter tiefen Schacht im Garten, der mir als Brunnenvorschacht dient, und in welchem ich auch die Technik für die Gartenbewässerung unterbringe. Da der Pool noch nicht hinterfüllt ist, gehe ich in ca 1,5 Metern Tiefe mit der Wasserleitung gemeinsam mit den für den Pool erforderlichen Verrohrungen ins Haus. Damit habe ich meinen Brunnen bzw. die Wasserleitung zur ganzjährigen Nutzung frostsicher verlegt, lediglich den Brunnenkopf und das kurze Stück offenliegende Leitung im Brunnenvorschacht sind noch frostsicher zu dämmen.


    Mit einem Brunnenbohrer mit Aufkantung 190 mm (plane ich von erdbohrer.de käuflich zu erwerben) bohre ich von der Unterkante des Brunnenvorschachts die ca 6 Meter bis zum Grundwasserspiegel, und schiebe dann 6 Zoll Brunnenrohre TNA ein und beginne zu plunschen. Mein Gedanke zur Verrohrung wäre: 1 m Sumpfrohr, 4 m Filterrohr 0,3 mm, danach 11 oder 12 m Vollwandrohre. Damit habe ich derzeit einen Wasserstand von ca 5 oder 6 Meter oberhalb der Filterstrecke und damit hoffentlich genug Reserve zum historischen Grundwassertiefstand.

    Zu 6 Zoll Brunnenrohre tendiere ich deshalb, da ich dann mit einer 140 mm Kiespumpe (ebenfalls von erdbohrer.de) plunschen kann statt nur mit 108 mm und damit sicherlich etwas größere Steine mitfördern kann als mit der kleineren Kiespumpe. Mit etwas Glück treffe ich beim bohren und plunschen auf keine bzw. nicht viele größere Steine …

    Wie große Steine kann ich mit der Kiespumpe überhaupt fördern?


    Ich habe noch keine genauen Überlegungen über meinen zukünftigen Wasserbedarf gemacht, denke aber, dass ich mit 4 Meter Filterstrecke genug haben werde, da mein simpler Rammbrunnen schon ca 1000 l pro Stunde geliefert hat. Die erforderliche Pumpenleistung werde ich auch erst später überlegen, wenn der Brunnen gebohrt ist, ich die Brunnenleistung beim klarpumpen abschätzen kann bzw. den Wasserbedarf bei der Planung für die Gartenbewässerung sehe.


    Kann mein Brunnenbauprojekt wie geschildert Erfolg haben, habe ich Denkfehler eingebaut, habt ihr Optimierungsvorschläge?


    Gruß


    Walter

  • Moin,


    Junge Junge, was ein Text.


    Also in kürze - 6 Zoll ist ne Ansage und super als Arbeitsrohr. Die 140mm kiespumpe habe ich regelmäßig im Einsatz und „frisst“ deine gezeigten großen Steine locker.


    Deine Überlegung klingt rund und schlüssig. Wasser wirst du mehr als genug fördern. Deinen jetzigen Brunnen hast du durch Überforderung getötet. Schlagbrunnen taugen nichts, allemal für eine Schwengelpumpe.


    Dein Ansatz klingt für mich logisch und machbar. Du bist auf dem richtigen Weg ! Geb lieber nen paar Euro für Material und Werkzeug aus, dann hast du am Ende das selbe Ergebnis wie dein Brunnenangebot für 1/4 des Geldes. Fitness inklusive......


    Mit freundlichen Grüßen


    Kurty

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Ich möchte Dir zuerst zu Deiner "Vorplanungsdokumenation" gratulieren. Es wäre schön, wenn sich jeder angehende Brunnenbauer zuerst solche Gedanken machen würde.

    Allzuviel kann ich Dir dazu nicht schreiben, da Du ja praktisch alles schon berücksichtigt hast. Aber einiges schon:

    bohre ich von der Unterkante des Brunnenvorschachts

    Ob das eine glückliche Entscheidung ist? Nichts gegen den Schacht, aber erst nach dem Brunnenbau. Du brauchsr Platz zum Bohren, nicht nur für Dich, sondern auch für das Brunnenrohr, wenn Du eins setzen musst, falls Dir die Bohrung zusammenfällt. Du musst dann im Rohr bohren und benötigst auch eine Holzklemme mit Gewichten. Kurz, Du kannst gar nicht genug Platz haben. Auch beim Plunschen solltest Du nicht mit Platz geizen. Also überleg Dir das .

    Ich habe Deinem Text nicht entnehmen können, dass Du das 6" Brunnenrohr als Arbeitsrohr verwenden willst. Auch das solltest Du Dir überlegen.

    In den Bodenproben ist, wenn auch in geringem Maße, Feinsand zu erkennen und es geht nichts über einen sandfreien Brunnen.

    Man weiss auch nie, was einen unten erwartet. U.U. musst Du die Bohrung flacher als geplant beenden und kürzere Filterrohre verwenden. Dann bist Du mit 0,5mm Schlitzen bessser dran. So müsstest Du 0,3mm Schlitze nehmen.

    Ansosnten kann man nur auf Deine Bohrberichte gespannt sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Vorab ein Dankeschön an kg49 und Kurty für eure fachkundigen Meinungen zu meinem Projekt. Ich entnehme euren Antworten, dass mein Projekt grundsätzlich gute Chancen hat, realisiert zu werden - Unwägbarkeiten können immer auftreten.

    Ich habe aus Kostengründen "natürlich" vorgehabt, den Brunnen ohne Arbeitsrohr zu zu errichten. Euren Antworten entnehme ich einstimmig, dass ich besser die 6 Zoll als Arbeitsrohr nehme und dann erst das das endgültige Brunnenrohr setze (wahrscheinlich Dimension 4 1\2 Zoll, oder habt ihr andere Empfehlungen?).

    Beim plunschen werde ich dann regelmäßig die Korngrösse des geförderten Sandes und Feinsandes bestimmen und und kann darauf abgestimmt die Schlitzweite der Filterstrecke des endgültigen Brunnenrohres sowie die Korngrösse des Filterkieses für die Hinterfüllung beim Ziehen des Arbeitsrohres auswählen.

    Zum Brunnenvorschacht möchte ich noch präzisieren: ich plane sowieso auch die Errichtung einer Gartenhütte mit 3x3 m Grundfläche. ich habe vor, den geplanten Vorschacht gleich als "Keller" der Gartenhütte in diesem Ausmaß bauen. Da habe ich eine lichte Weite des Schachtes von 2,5x 2,5 m als Arbeitsfläche zur Verfügung, das sollte wahrscheinlich genügen.

    Gruß

    Walter

  • Moin Walter,


    Was KG dir glaube ich sagen wollte ist, dass du den Schacht später machen sollst und nicht zu Beginn. Das arbeiten „in einem Loch“ ist Käse und erschwert das Vorhaben ungemein. Platzmangel und das Gewackel des Arbeitsrohres seien hier nur beispielhaft genannt.....


    Also erst fertig bohren und später den Schacht drum herum buddeln....


    Ein Arbeitsrohr ist unerlässlich für Vernünftiges vorgehen. Und hier MUSST du ein Brunnenrohr mit TNA Gewinde nehmen ! Mit Glück kann man das gelegentlich gebraucht kaufen oder du verkaufst deines nach Erstellung des Projekts.


    Fertiges Brunnenrohr später in 4“ oder 4 1/2“. Würde beides gehen denke ich. Größer ist nicht nötig.


    Proben brauchst du auch nicht jeden Meter nehmen sondern erst in der Tiefe, in welcher der Filter gesetzt wird. Beim entleeren der Kiespumpe später siehst du ohnehin was unten los ist.


    Mit freundlichen Grüßen


    Kurty

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Da habe ich eine lichte Weite des Schachtes von 2,5x 2,5 m als Arbeitsfläche zur Verfügung, das sollte wahrscheinlich genügen.

    Es gibt ja viele Bauberichte: Hier, bei Youtube, in Blogs...

    Schau sie dir mal an und überlege, ob du diese Baustellen wirklich auf 2.5x2.5m abwickeln kannst und willst. Ich habe/hatte auch nur sehr wenig Platz zur Verfügung, und das ist eine ätzende Würgerei. Und natürlich auch nicht ganz ungefährlich da man ständig über irgendwas stolpert und/oder keine Ausweichfläche hat falls mal was kippelt oder stürzt.

    Es ist zwar etwas blöd den Schacht erst nach der Brunnenverrohrung rundum auszuheben, ich halte es aber auch für die weitaus bessere Vorgehensweise. Zumal die ersparten zwei Bohr-Meter an der Oberfläche bei deinem Vorhaben ja eher eine untergeordnete Rolle spielen.

  • Hallo zusammen,

    Dann werde ich mit meinem Projekt von der Planungsphase in die vorbereitende Ausführung wechseln.

    Ich werde nächste Woche einmal einen 190 er Erdbohrer, Brunnenrohre (TNA 6 zoll) als Arbeitsrohr und eine Holzzange AD 165 bestellen.

    Mit der Kiespumpe muss ich eh noch warten, laut shop erdbohrer.de derzeit ausverkauft, wieder lieferbar ab 30.6.

    Noch eine dumme Frage zum Verschleiß: wie schnell machen Kolbengummi und Membrane der Kiespumpe schlapp?

    Wünsche einen schönen Tag ...

    Walter

  • ....die gekauften Holzzangen sind für meinen Geschmack immer ein wenig klein / kurz. Falls Lust und Werkzeug vorhanden lieber selber bauen! Nen KVH Balken 10x20cm im Handel geholt und rann an die Säge.....


    Ich selber baue die Zangen in Längen zwischen 1m - 1,4m. Das erleichtert das beschweren später ungemein. An diesem Werkzeug solltest du nicht sparen. Dreibein samt umlenkrolle, Holzschelle, vernünftiges Seil, Kiespumpe und ggf eine Winde.


    Wie lange die Kolbengummis halten kann man nicht pauschalisieren. Das kommt auf den Boden an. Mit meiner 108mm Kiespumpe habe ich z.b. Über 20 Brunnen erstellt ohne je etwas zu tauschen.

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Google mal nach Sägewerken in der Umgebung, da bekommst du ausreichend dimensionierte Balken für den buchstäblichen Appel und ein Ei. Vorzugsweise eher kleinere, die sind dann i.A. hilfreich genug dass sie dir die Balken auch gleich mit der Kettensäge auf die passende Länge bringen was den Transport vereinfacht. Mach die Zange aber bloss nicht zu kurz, 80cm oder mehr Überstand auf beiden Seiten ist definitiv nicht verkehrt. Und eine Breite von >60cm auch nicht, dann lassen sich z.B. auch Wasserfässer, Speiskübel o.ä. sicher drauf abstellen. Wenn die Zange zu klein ist verformen die sich nämlich ganz übel und kippen früher oder später runter.

    Dann noch M12er Gewindestangen plus Muttern und Scheiben und einen passenden (und ausreichend langen) Schalungsbohrer aus dem Baumarkt ist du hast für schmales Geld eine wirklich gute Zange.

  • Hallo zusammen, ich möchte euch einen Zwischenstand meines Bohrprojektes geben.

    Da Anfang Juni sowohl mein gewünschter Erdbohrer 190 mm mit Aufkantung als auch die 140 mm Kiespumpe nicht sofort lieferbar waren, habe ich im Garten eine Baugrube für das künftige Gartenhaus ausgehoben und 3 Seiten mit Schalungssteinen auf 2 Meter aufgemauert. ich habe eine Arbeitsfläche von 2,5x2,5 Meter zur Verfügung, das ist nicht wirklich viel, reicht aber aus. Ende Juni habe ich mit dem Erdbohrer zu bohren begonnen. Von so manchen Bohrberichten mit Fortschritten von 2 oder 3 Meter in einer Stunde konnte ich nur träumen, da das vorliegende Sand/Kies/Schottergemisch stark komprimiert war und immer wieder Steine mit einer Kantenlänge von 10-15 cm in der Bohrstrecke waren, die ein einfaches eindrehen des Bohrers unmöglich machten. Ich habe mir bald einen Steingreifer gebaut (4 Baustahlstäbe an ein Vierkantrohr 30x30 geschweißt). Zur Auflockerung des festen Bodens habe ich 2 Zinken einer Spatengabel ebenfalls an ein Vierkantrohr geschweißt. Nach 2 Wochen mit täglich 1-3 Stunden bohren, auflockern des Grundes und einsetzten des Steingreifers (der größte Stein hatte und Kantenlänge von 25 cm) und viel vergossenem Schweiß bin ich wie erwartet in 6 Meter Bohrtiefe (=8 Meter ab GOK) auf Wasser gestoßen. Ich bin froh, zuerst den Keller ausgehoben zu haben, da ich mir dadurch 2 Meter bohren erspart habe, besonders auch deshalb, da das Bohrgestänge so gerade noch ohne mühseliges auseinanderschrauben zu heben und die Bohrschnecke zu leeren war. Bei 2 Metern mehr hätte ich das sicher nicht mehr geschafft und bei jedem Hub das Gestänge auseinander und wieder zusammenschrauben müssen.

    Vor Beginn der Arbeit mit der Kiespumpe habe ich eine Holzzange gebastelt (150x50 mit 8 cm Stärke). Der Selbstbau einer großen Holzzange war ein sehr hilfreicher Hinweis, ich habe dadurch genug Platz für die Auflast und auch einen entsprechend großen Hebel zur Drehung des Rohres. Für das Heben der Kiespumpe habe ich mir eine elektrische Seilwinde mit 300 kg Hubkraft und mit 18 m Seil gekauft, die ich in ca 2,75 Meter Höhe über dem Bohrloch befestigt habe, für das Pumpen ein 8 mm Kunstoffseil.

    Ich habe mein Arbeitsrohr (6 Zoll TNA Brunnenrohr) eingestellt und mit der Kiespumpe zu arbeiten begonnen. aufgrund der vielen großen Steine beim bohren sowie der immer wieder vorkommenden Berührung der Wände beim heben und ablassen des Bohrers war das Bohrloch wesentlich größer als der Durchmesser des Erdbohrers (Bohrer 190 mm, Durchmesser des Bohrloches ca 400 mm) und die Rohrtour war wegen des großen Spielraumes extrem wackelig und instabil. Zur Fixierung meines Arbeitsrohr habe ich daher noch ein 5 Meter 200 er KG-Rohr als äußeres Arbeitsrohr eingestellt und den äußeren Zwischraum wieder verfüllt. Dadurch steht meine Rohrtour relativ stabil.

    Die ersten 1,5 Meter unter Wasser waren nicht wirklich einfach, die Kiespumpe war im Regelfall nur einige cm mit Aushub gefüllt. Der nächste Meter wurde noch schwieriger, ohne Auflockerung mit einem 120 mm Bohrer und der 2 Zinken der Spatengabel war mit der Kiespumpe gar kein Fortschritt mehr erzielbar, pro Hub der Kiespumpe habe ich 95-98% Wasser gefördert und nahezu kein Material. Es befanden sich auch immer wieder Steine unter der Rohrkante. Beim auflockern mit der Spatengabel brach einer der beiden Zinken ab. Statt dessen habe ich eine Eisenstange mit ca 1 cm Stärke angeschweißt, die ich unten spitz angeschliffen habe, damit habe ich auch 2 verklemmte Steine zerbrochen. Von 3,5 -7,5 Meter Wassertiefe hatte ich eine problemlose Zone, die Kiespumpe war bei nahezu jedem Hub gut gefüllt, der Bohrfortschritt wirklich erfreulich.

    Seit 3 Tagen und ca 12-15 Arbeitsstunden stehe ich bei einer Wassertiefe von 7,5 Metern. Die Kiespumpe fördert nichts, mit dem 120 er bohrer merke ich, dass ich auf einem (oder mehreren) Steinen aufsitzen und nicht eindringen kann, mit dem Steingreifer spüre ich, dass mindestens ein größeres Hindernis vorhanden ist, kann aber keinen Stein greifen, mit der Eisenstange spüre ich ebenfalls, dass ein Hindernis vorhanden ist, schaffe es aber auch nicht, dieses Hindernis zu lockern oder auf die Seite zu schieben. Auch ein ziehen der Rohrtour um ca 20 cm hat nichts gebracht, danach habe ich beim ersten Hub etwas Material gefördert (was wahrscheinlich von der Seite nachgerutscht ist,

  • danach bin ich wieder auf derselben Tiefe wie vorher und nichts geht weiter und kann auch kein weiteres Material fördern.

    Habt ihr noch eine hilfreiche Idee?

    Ich wäre noch gerne ca 2,5 Meter tiefer gegangen. ...

    Ich werde jedenfalls noch einige Stunden Arbeit investieren, um weiter zu kommen, danach würde ich mich bei Misserfolg mit der Wassertiefe von 7,5 Meter zufrieden geben.

  • Geschätztes Brunnenbau-Forum, da ich nicht mehr weiterkomme, werde ich das bohren einstellen und mich mit der erreichten Bohrtiefe von 13,5 Meter und einem Wasserstand von 7,5 Meter begnügen.

    Ich habe ab Erreichen des Grundwasserspiegels einige Proben genommen, die alle mit kleinen Abweichungen dieselbe Zusammensetzung haben:

    ca 60% sind Steine und Kies größer 2,5 mm

    ca 20% sind Kies und Sand zwischen ca 1mm und 2,5 mm

    Die restlichen ca 20% sind Sand und Feinsand, davon habe ein Foto einer Probe auf Millimeterpapier gemacht:


    Nun geht es an den Ausbau des Brunnens bzw Bestellung der Brunnenrohre:

    ich möchte 4,5 Zoll Brunnenrohre verwenden (das Arbeitsrohr ist 6 Zoll)

    welche Schlitzweite ist empfehlenswert?

    Zur Auswahl stehen 0,3 mm, 0,5 mm, 0,75 mm, 1 mm, oder ist bei den Bodenverhältnissen bereits ein Filterstrumpf 0,10-0,14mm erforderlich ?

    Gruß

    Walter

  • Leider ist kein Foto erkennbar.

    Welche Wasserentnahme/h ist geplant?

    Wie lang sollen die Filterrohre sein?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Guten Morgen in die Runde,


    ich habe vor mir einen Brunnen zur Beregnung des Rasens im Garten anzulegen und würde gerne meine Ideen mit euch teilen und hoffe Antworten zu meinen, der Unwissenheit geschuldeten Fragen zu bekommen.


    Als Grundlage für meine Auslegung, sollte die Wasserquelle eine Wassermenge von mindestens 1800 Litern je Stunde fördern können.


    Mein Nachbar hat bereits einen Brunnen und es scheint so, dass man schon ab etwa einer Tiefe von ca. 3 Metern (plus/minus) auf reichlich Grundwasser stoßen würde, wir einige Kiesschichten im Erdreich vorfinden und das Grundwasser hier in der Region für seine besondere Sauberkeit bekannt ist.


    Das als Grundlage würde ich auf meinem Grundstück einen etwa 8 Meter tiefen Brunnen bohren. Die ersten Meter mit einem Hand-Brunnenbohrer mit seitlicher Aufkantung, bis es dann ab Erreichen des Grundwassers mit dem Einführen des Brunnenrohrs beginnt und dann mit der Kiespumpe, oder Plunscher weitere Meter gemacht werden.


    Meine Frage zum Arbeitsrohr:

    - Welche Funktion hat das Arbeitsrohr, außer herabfallenden Sand und Kies des Lochrands ab zu halten und das gesamte Bohrloch vor dem Einsturz zu sichern?

    - Benötige ich ein Arbeitsrohr, wenn ich Filterkies um das Brunnenrohr auffüllen möchte, bzw. benötige ich überhaupt den Filterkies bei den oben beschriebenen Bodenbeschaffenheiten?


    Bezüglich der Auslegung, um die Wasserfördermenge erhalten zu können, würde ich nach dem untersten Meter Sumpfrohr, 3 Meter Filterrohr mit 0,3mm Schlitzweite welches im Wasser steht und einen Brunnenrohrdurchmesser von DN125 oder DN150 wählen. Würde ich damit für mein Vorhaben klarkommen, oder entstünde hier ein erstes Bottleneck?

    Gibt es ggf. etwaige Formeln oder Richtwerte um die Wasserdurchlässigkeit zu ermitteln?


    da das Sumpfrohr unten geöffnet ist, wäre hier eine Rohrfüllung mit Dichtungstonpellets oder Kiesaufschüttung notwendig?


    Wo sind die Vorteile eine Tiefbrunnenpumpe gegenüber einer oberirdisch positionierten Gartenpumpe? Wozu würdet ihr, anhand eurer Expertise tendieren?


    Machen meine Überlegungen grundlegend sinn, oder habe ich Diverses nicht bedacht?

    Über eine Rückmeldung/ Beurteilung wäre ich euch sehr dankbar.


    Ein schönes sonniges we schonmal allen und bleibt gesund!

  • Welche Funktion hat das Arbeitsrohr, außer herabfallenden Sand und Kies des Lochrands ab zu halten und das gesamte Bohrloch vor dem Einsturz zu sichern?

    Dazu mal eine kurze Abhandlung von mir, die allerdings schon zig Mal hier im Forum veröffentlicht wurde und beim Durchlesen verschiedener Brunnenbohrberichte eigentlich hätte bemerkt werden müssen:

    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen