Welches Brunnenrohr

  • Hallo,

    ich baue einen Bohrbrunnen und habe folgenden Status:

    1. Grundwasserspiegel ist erreicht - liegt bei ca. 6m

    2. Bis jetzt KG-Rohr DN150 als Arbeitsrohr verwendet, dieses lässt sich mit Einsatz Kiespumpe nicht mehr täufeln. Das Wasser steht ca. 20cm im Rohr.

    3. Nun möchte ich mit dem blauen Brunnenrohr DN115 weiter arbeiten.

    Die Kiespumpe fördet feinen bis groben Elb-Kies. Wir sind ca. 2km Luftlinie von der ELbe entfernt. Die BEdingungen sind also sehr gut - in der Nähe sind mehrere Kiesgruben, so das nicht zu erwarten ist, dass noch Lehm o.ä. dazukommt.

    Nun meine Fragen:

    1. Es gibt Glattwand-Brunnenrohre und normale. Was ist der Unterschied? Wann setze ich Glattwandrohre ein.

    2. Nach Rücksprache mit einer Firma vor Ort soll ich eine Tiefenbrunnenpumpe mit 3m²/h, 4 Bar und 30/40 verwenden. Wieiviel Filterstrecke brauche ich? Durch die Wetterlage wäre der Grundwassspiegel eh sehr niedrig. Wenn ich 3m Filterstrecke verwende, habe ich Bedenken, ob ich diese unter die 6m abtäufeln kann. Theoretisch müsste ich dann auf 10-11m gehen, dass die Pumpe noch im Wasser ist. Reichen vielleicht auch 2m Filterstrecke?

    VG

    Dausa

  • mit 3m²/h, 4 Bar und 30/40 verwenden.

    Was soll 30/40 bedeuten?


    Wieiviel Filterstrecke brauche ich?

    Das richtet sich nach dem Untergrund, der Filterschlitzweite und danach, wieviel Wasser Du(!), nicht die Pumpe, pro Stunde fördern willst.

    Lies mal S.5 :

    http://www.gwe-gruppe.de/expor…roducts/PVC_Ansicht_D.pdf

    Die Tabelle gilt für freien Zulauf, im Boden muss man bis zu 50% Abschlag einkalkulieren

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Ich würde mich freuen, wenn ich 3qm /h schaffe.Meine Rechnung habe andersrum aufgemacht, weil ich nicht weiß, ob ich mit dem Brunnenrohr soweit runter komme. Deshalb wären mir 2m Filterrohr lieber. Die Filterschlitze richten sich doch nach der Beschaffenheit des Boden. Bei uns ist von groben Kies bis groben Sand alles dabei. Ich dachte da an 0,5mm, 2m Filter und gut ist. Die Pumpe muss ja über dem Filter sitzen. Da muss ich ungefähr noch 4m runter.

    Mit dem Wert 30/40 ist lt. Das Maß der Pumpe gemeint. Der Fachmann sprach von der Firma Grundfos SQ 3qm/h und 4 Bar. Die Pumpen aus dem Baumarkt könne man vergessen.


    Was ist nun mit dem Glattwandrohr gemeint? Oder brauch ich es ni.?

    Beste Grüße Dausa

  • Ich würde mich freuen, wenn ich 3qm /h schaffe

    Die Tabelle hast Du gelesen und ausgewertet?

    Eine Kiesschüttung ist ja nicht vorgesehen.

    Ich dachte da an 0,5mm, 2m Filter und gut ist.

    Gut (also sandfrei) ist es in den seltesten Fällen, wenn der Filter (mit oder ohne Kies) nicht sorgfältig dimensioniert wird.

    Die Pumpen aus dem Baumarkt könne man vergessen.

    Das ist meistens richtig.

    Der Rest zur Pumpendimensionierung muss in Frage gestellt werden. Hat eine Dimensionierung überhaupt stattgefunden oder erfolgte die Pumpenauswahl Pi x Daumen, Hauptsache Grundfos?


    Zur Pumpenstärke hatte ich mal Folgendes zusammengefasst:


    "Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge. Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich. Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen. Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser. Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar. Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft. Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern."


    Gerade der letzte Satz scheint mir nicht ganz unwichtig.

    Je höher die Wasserströmung in das Filterrohr, umso mehr Sand wird gefördert.

    Wenn Du keine Kiesschüttung machst, sollten die Hauptbestandteile der zu filternden Bodenschicht ca. 3 - 4 mal so gross wie die Filterschlitze sein.

    Mit sorgfältigem, überlegtem Klarpumpen könnte man dann eine Kiesfilterschicht um das Filterrohr wachsen lassen.


    Zu den Vor- und Nachteilen von Glattwandrohr ist hier schon so viel geschrieben worden, dass man mit der Suchfunktion alle Informationen bekommt.

    Die technischen Infos sollten auch in der Broschüre zu finden sein, deren Link Du bereits erhalten hast.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

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